Pressemeldung

 

Studie: Führungsfeedback in Krankenhäusern und Kliniken

Die Führungsqualität in Krankenhäusern und Kliniken ist messbar, das zeigen die aktuellen Ergebnisse einer Studie. Dies ist nicht nur im Rahmen des Qualitätsmanagements von Interesse. Branchenspezifische Vergleichsdaten machen spezifisches Entwicklungspotenzial sichtbar. So können die Häuser gezielt Verbesserungsprozesse initiieren.

 

Bonn/Köln, 29.4.2006: In einer Studie des Psychologischen Instituts der Universität zu Köln an fünf Kliniken und Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wurde ein neuer Führungsfeedbackbogen (FFB) eingesetzt, der die Führungsqualität auf sechs Dimensionen als Selbsteinschätzung der Führungskräfte sowie als Fremdeinschätzung der direkten Mitarbeiter der jeweiligen Führungskraft erfasst. Insgesamt hatten 52 Führungskräfte an der Studie teilgenommen, sie wurden von insgesamt 435 Mitarbeitern eingeschätzt. Nunmehr liegen die Ergebnisse dieser Studie, die Teil eines umfassenderen Forschungsprogramms ist, vor. Es zeigte sich, dass die Dimension „Respekt & Impulsivität“ die höchsten Werte erbrachte (Durchschnittswert 3,99 auf der Skala von minimal 1 bis maximal 5). „Offensichtlich erleben die Mitarbeiter ihre Führungskräfte im Durchschnitt als überwiegend verlässlich und fair“, kommentiert dies der wissenschaftliche Leiter der Studie, Professor Dr. Egon Stephan. Der Experte für psychologische Diagnostik sieht im Einsatz des Bogens eine Chance für Organisationen des Gesundheitswesens, einen objektiven Maßstab für die Beurteilung der Führungsqualität im Rahmen des eigenen Qualitätsmanagements zu erhalten, und darauf aufbauend gezielt Personalentwicklungsmaßnahmen abzuleiten.

In der vorliegenden Studie erfolgte diese Umsetzung unmittelbar durch das auf Organisationen im Gesundheitswesen spezialisierten Bonner Beratungsunternehmens personal-point GmbH, das die Studie der Universität zu Köln bei der Umsetzung in die Praxis begleitet. Die personal point GmbH setzte in den vergangenen Jahren eine Vorform des Fragebogens, der in dieser Studie weiter optimiert und statistisch überprüft wurde, schon im Rahmen von Führungstrainings bei Kliniken, aber auch bei Krankenversicherungen - ein.

Die aktuelle Fassung des Führungsfeedbackbogens (FFB) berücksichtigt die neuesten Forschungsergebnisse zum Thema „erfolgreiches Führen“. Die Führungskräfte erhalten nicht nur eine Antwort auf die Frage: „Welche Stärken und Entwicklungspotenziale sehen meine Mitarbeiter in meinem Führungsverhalten?“ Sie können ihre Ergebnisse auch mit den Ergebnissen der Führungskräfte im eigenen Haus und darüber hinaus mit denen der Branche vergleichen. So zeigt sich in der aktuellen Studie, dass die Mitarbeiter des Pflegedienstes, im Vergleich zum Ärztlichen und Verwaltungsdienst, insgesamt die höchste Einschätzung bekamen.

Weil aber nicht nur der Ist-, sondern auch der Soll-Stand abgefragt wird, wird auch sehr deutlich, an welchen Stellen Handlungsbedarf besteht: Dieser zeigte sich in der aktuellen Studie in der Dimension „Werte & Motivation“ (3,68). „Darin spiegelt sich die aktuelle Situation im Gesundheitswesen, die Branche steckt in einem grundlegenden Wandlungsprozess und in einer Wertediskussion. Die einzelne Führungskraft kann jedoch in Auseinandersetzung mit den spezifischen Erwartungen des eigenen Teams gezielt Verbesserungsprozesse initiieren,“  kommentiert dies der Geschäftsführer der personal-point GmbH, Dr. Dirk Seeling.

Die personal point GmbH unterstützt die Studie durch das Angebot an die Krankenhäuser, individuelle Rückmeldegespräche und Umsetzungsworkshops durchzuführen. Unter der Moderation eines erfahrenen Coachs können die Führungskraft und ihr Team Unterschiede in den Erwartungen abklären und gemeinsam die Zusammenarbeit verbessern.

„Wir als Universitätsinstitut können mit der Anleitung von Diplomarbeiten dazu beitragen, ein differenziertes Befragungsinstrument zu entwickeln, das eine solide Basis für zielführende Personalentwicklungsmaßnahmen liefert. Zudem können wir die strikte Anonymität der Datenauswertung garantieren. Andererseits kann die personal-point GmbH die hohe Praxisnähe und damit den Transfer in den Arbeitsalltag der Führungskräfte sicherstellen,“ erläutert Professor Dr. Egon Stephan vom Psychologischen Institut der Universität zu Köln. Der Wissenschaftler betont in diesem Zusammenhang auch: „Man sollte die Führungskräfte mit solchen Daten nicht alleine lassen. Die Einschätzungen der Mitarbeiter sind, wie auch immer sie ausfallen, wertvolle Hinweise, mit denen weiter gearbeitet werden kann und soll, da die Mitarbeiter sich ansonsten bei einer solchen Befragung nicht hinreichend ernst genommen fühlen.“

Wie auch immer das Gesundheitssystem der Zukunft aussehen wird, gute Führung wird dafür mit Sicherheit von großer Bedeutung sein. Für die Krankenhäuser ist der Einsatz des Führungsfeedbacks darüber hinaus auch im Rahmen des Qualitätsmanagements wichtig, um die Kategorie „Führung“ messbar zu machen.

Weitere Informationen:

Psychologisches Institut der Universität zu Köln:

www.uni-koeln.de/phil-fak/psych/diagnostik/pages/memb/stephan.htm

personal-point GmbH: www.personal-point.de

 

Thomas Webers